Das erste Mal

Als Mia das erste Mal meine Klamotten lieh, redete ich mir ein, es sei ein Versehen gewesen. Sie war gerade erst eingezogen, Kartons stapelten sich noch im Wohnzimmer, und irgendwie hatte mein Lieblings-Pullover den Weg auf ihre Schultern gefunden, als sie zum Kaffee schlurfte. Ich ließ es durchgehen. Sie war süß, mit ihrem zerzausten rotbraunen Dutt und den großen haselnussbraunen Augen, die sich beim Lächeln kräuselten. Aber jetzt ist es das dritte Mal diese Woche, und sie steht in der Tür meines Schlafzimmers, trägt nichts als mein weißes Button-Down-Hemd – das, das ich für gemütliche Sonntage aufhebe – und einen meiner schwarzen Spitzen-Slips.
Mia: „Hoffe, du hast nichts dagegen. Meine sind alle in der Wäsche.“
Ihre Stimme ist leicht, neckend, aber ihre Augen halten meinen Blick eine Sekunde zu lang. Ich sitze auf meinem Bett, Laptop offen, versuche zu arbeiten. Aber der Anblick von ihr – wie das Hemd von ihrer Schulter rutscht, der Schatten ihrer Brustwarzen unter der dünnen Baumwolle – lässt meinen Puls in der Kehle hämmern.
Jennifer: „Du wirst es noch ausleiern.“
Mehr bringe ich nicht heraus. Meine Stimme klingt rauer, als ich wollte. Sie tritt näher, barfuß, und das Hemd rutscht ihre Oberschenkel hoch. Ich sehe die Kurve ihrer Hüfte, den Spitzenrand des Slips. Sie bleibt direkt vor mir stehen, nah genug, dass ich ihr Shampoo riechen kann – etwas Blumiges und Sauberes.
Mia: „Vielleicht mag ich, wie es riecht. Nach dir.“
Sie sagt es so einfach, als wäre es nichts. Aber ihre Hand hebt sich, Finger streifen den Kragen meines eigenen T-Shirts, und mein Atem stockt. Ich bin wie erstarrt, gefangen zwischen dem Wunsch, sie wegzustoßen und auf meinen Schoß zu ziehen. Sie beugt sich herunter, ihre Lippen schweben nah an meinem Ohr.
Mia: „Du hast mich die ganze Woche angestarrt, Jen. Ich bin nicht blind.“

